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Wochenende

Ich find es immer bewundernswert, wenn es Leute am Wochenende aus dem Haus schaffen und sich trotzdem dabei entspannen können.

Ich kann das nicht. Am liebsten bin ich zu Hause und gehe von Raum zu Raum. Ich suche hier Dinge und dort Sachen. Manchmal lese ich in einige Bücher rein, dann wieder sitz ich vor dem Fernseher. Natürlich hab ich Pläne Dinge zu tun - aber meistens schaff ich es dann doch nicht. Wochenende ist für mich die Zeit, zu tun und zu lassen, was ich will. Sogar an meinem freien Tag unter der Woche hab ich immer einen fixen Zeitplan. Immer muss ich putzen oder Termine einhalten, das wächst mir langsam über den Kopf.

Am 25. hab ich Geburtstag, bis dahin muss meine Wohnung blitzen, da ich natürlich eine Feier hab. Das bedeutet wieder eine Woche ohne viel Freizeit. Ich bewundere die Leute die sowas schaffen. Ich bin sowas von Urlaubsreif. Seit dem Sommer hatte ich keine Woche mehr frei. Nur lange Wochenenden. Aber was bedeutet das schon, wenn man von der Arbeit kommt und nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht.

Derzeit wohnt auch eine Freundin bei mir (inklusive ihrer Katze). Damit sind wir 3 Menschen und vier Katzen. Ich verbringe meine Zeit zwischen ihr und meinem Freund - wandere von Raum zu Raum und finde keine Zeit für mich - man muss ja schließlich jedem gerecht werden oder nicht? Ich verzweifle daran schon. Normalerweise entspanne ich mich in meinem Arbeitszimmer aber das ist ja im moment besetzt, da es auch gleichzeitig mein Gästezimmer ist.

Gestern hab ich eines meiner Lieblingsgedichte wiedergefunden. Ich hab es selbst geschrieben, wie ich wieder einmal auf der Psychiatrie gelegen bin:

MÄUSLEINS TOD                                                                                            

 

Ein Mäuslein liegt im Bettelein

Ihr Herz das blutet Tränelein

Und ist tief drinnen ganz allein

Die Welt ist grausam und gemein

 

Das Mäuslein wird allein gelassen

Mit traurigen Augen im Winkel verlassen

Die große Welt, die tut sie hassen

Das ganze Leben will sie verpassen.

 

Das Mäuslein will sich nur verstecken

Sie stopft sich voll mit vielen Tabletten

Man soll sie ja nicht früh entdecken

Und aus dem Schlafe sie erwecken.

 

Das Leid verschwindet im tiefen Traum

Die Seele des Mäusleins entgleitet dem Raum

Abschiedsworte gab es kaum,

geschrieben in den alten Baum:

 

„Weinet nicht, denn ihr seid schuld!“

 

 

 Ich liebe diese Gedicht deswegen so, weil es mich so gut representiert zu einer Zeit, da wirklich nichts mehr ging.

Ich bin oft sehr verzweifelt. Niemand merkt was, aber das Leben überrollt mich jeden Tag. Wie ich es jedes mal auf schaffe, weiss ich nicht. Aber ich komm nie ganz auf meine Füße. Es ist so, als ob man über brechendes Eis ginge und man mit jedem Schritt etwas mehr ins Wasser sinkt. Irgendwann werde ich versinken und keiner wird es verhindern können.

In Dunkelheit und Einsamkeit, Shadowmancer

17.1.10 11:12
 
Letzte Einträge: Wieder da, Vorbereitungstag, ..., Sterben um zu Leben


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